10 Beispiele für negative Glaubenssätze: so kannst du sie sanft lösen

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Was Glaubenssätze wirklich sind und warum sie nichts über dich aussagen

Glaubenssätze sind Annahmen über die Welt, bei denen wir - meist unbewusst - davon ausgehen, dass diese Annahmen wahr sind. Sie wirken wie ein Filter, der vor unserer Wahrnehmung liegt und nur das durchlässt, was zu diesem Filter passt. Glaubenssätze sind innere Überzeugungen, die wir oft schon sehr früh in unserem Leben entwickeln. Meist wirken sie im Hintergrund – und doch beeinflussen sie, wie wir denken, fühlen und handeln. Vielleicht kennst du das Gefühl, immer wieder an derselben Stelle festzustecken, ohne genau zu wissen, warum.

Wenn wir über Einstellungen, Überzeugungen oder Beliefs sprechen, meinen wir meistens Glaubenssätze. Diese Begriffe werden oft synonym verwendet.

Glaubenssätze: Warum wir sie oft schon als Kinder entwickeln.

Die meisten Glaubenssätze entstehen in unserer Kindheit – in einer Phase, in der wir vollständig auf unsere Bezugspersonen angewiesen sind. Als Kind hatten wir keine andere Wahl, als uns anzupassen. Wir haben intuitiv Wege gefunden, um dazu zu gehören, geliebt zu werden oder zumindest nicht anzuecken.

Diese inneren Überzeugungen waren damals keine Fehler – es waren kluge, kreative Lösungen.

Glaubenssätze sind Überlebensstrategien, kein persönliches Versagen!

Sie sind Ausdruck deiner Fähigkeit, mit herausfordernden Situationen umzugehen. Wenn du dich durch bestimmte innere Muster blockiert fühlst, bedeutet das nicht, dass etwas „falsch“ mit dir ist. Es bedeutet, dass etwas in dir sehr lange versucht hat, dich zu schützen.

Glaubenssätze sind also im Kern Überlebensstrategien. Sie hatten einen Sinn in unserem Leben und haben uns einmal gute Dienste geleistet. Sie haben uns geholfen, zu überleben. Auch wenn sie uns im Erwachsenenalter blockieren oder sogar sabotieren - als sie entstanden sind, waren sie notwendig und hilfreich in unserem Leben.


10 typische Beispiele für limitierende Glaubenssätze

Wenn du magst, spüre bei jedem Satz kurz nach, ob und wie stark er emotional auf dich wirkt.

1. Glaubenssätze über den eigenen Wert

    Glaubenssätze über den eigenen Wert sind weit verbreitet. Sie sind die innere Stimme, die uns zweifeln lässt oder kleinredet. Alle drehen sich darum, dass wir uns weniger wert fühlen als Andere. In zahlreichen Variationen erzählen wir uns die Geschichte, dass alle anderen Menschen wichtiger und wertvoller sind als wir selbst:

    • „Ich bin nicht genug.“
    • „Mit mir stimmt etwas nicht.“

2. Glaubenssätze über Bedürfnisse

Wenn wir als Kind die Erfahrung machen, dass unsere Bedürfnisse nicht so erfüllt werden, wie wir es brauchen, entwickeln wir Strategien, um trotzdem wachsen zu können. Oft versuchen wir dann, uns die Situation zu erklären. Wir suchen nach Gründen, warum unsere Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Glaubenssätze gehören zu den bevorzugten Strategien, die wir dabei nutzen:

  • „Meine Gefühle sind zu viel.“
  • „Ich darf nicht zur Last fallen.“

3. Glaubenssätze über Leistung & Anerkennung

Wenn wir heranwachsen, werden die meisten von uns mit den Erwartungen der Eltern oder anderer Bezugspersonen konfrontiert. In einer Gesellschaft, die Leistung über alles andere stellt, fällt es schwer, sich davon freizumachen. So bilden wir unbewusst Leitsätze für uns heraus, um diesen Erwartungen gerecht zu werden:

  • „Ich muss alles perfekt machen.“
  • „Ich muss stark sein.“

4. Glaubenssätze über Bindung & Liebe

Liebe und Zuwendung wird allzu oft an Bedingungen geknüpft und als Kind erfahren wir dies häufig schon sehr früh. Manchmal fühlen wir uns verlassen und manchmal werden wir tatsächlich verlassen. Für unser inneres Erleben macht dies kaum einen Unterschied. Um damit umgehen, also weiterleben zu können, finden wir auch hier Erklärungen:

  • „Ich werde verlassen, wenn ich mich öffne.“
  • „Ich muss es allen recht machen.“

5. Glaubenssätze über Sicherheit & Kontrolle

Das Gefühl, in Sicherheit zu sein und das eigene Leben unter Kontrolle zu haben, gehört zum Kern unserer Identität. Wir tun alles, um dieses Gefühl von Selbst-Sicherheit zu bilden und zu halten. Ohne diese Sicherheit könnten wir uns nicht weiterentwickeln, nicht wachsen und schon gar nicht kreativ unser Leben gestalten. Je nach den individuellen Lebensumständen in unserer Kindheit, bilden wir Überzeugungen über uns und das Leben heraus, die uns in dieser Situation helfen:

  • „Ich darf keine Fehler machen.“
  • „Wenn ich nicht alles im Griff habe, bricht alles zusammen.“

Hier findest du Übungen mit denen du herausfinden kannst, was dich wirklich blockiert.


Die Wahrheit über Glaubenssätze - warum sie früher hilfreich waren

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Glaubenssätzen, mit denen wir uns über schwierige Situationen in unserer Kindheit hinwegretten. Für sie und alle anderen gilt: In der Phase, in der sie entstanden sind, waren sie unterstützende und hilfreiche Brücken. Sie haben uns geholfen, die damalige Situation zu meistern, die Kluft zwischen unseren Bedürfnissen und äußeren Anforderungen zu überwinden.

a stone bridge over a small river in a small town

 Im weiteren Sinne haben sie uns also geholfen, zu überleben. Denn je jünger wir sind, desto abhängiger sind wir von unseren Bezugspersonen und desto mehr sind wir darauf angewiesen, dass diese uns lieben oder zumindest ausreichend versorgen. 
Und wir tun alles, was nötig ist, damit sie dies auch machen.

Um geliebt zu werden oder Sicherheit zu bewahren, nehmen wir unterschiedliche Rollen ein.
Wir sind:

  • Das "brave' Kind", um uns vor Kritik zu schützen und davor, verlassen zu werden.
  • Das „starke Kind“ und sorgen so für Stabilität in einem chaotischen Umfeld
  • Das „unsichtbare Kind“, damit der Frieden in der Familie gewahrt bleibt


Sind wir schließlich erwachsen, wirken die Überzeugungen weiter, meist unbewusst. Doch nun sind wir längst aus diesen alten Mustern herauswachsen wie aus unseren alten Kinderschuhen. Wir fühlen uns ausgebremst, blockiert oder sabotiert, doch die Wahrheit ist:

Du bist nicht kaputt – du hast es geschafft, zu überleben!

Dein Leben hat sich verändert und du hast heute mehr Möglichkeiten und Freiheiten als damals.
Und genau hier setzt auch Coaching an: nicht, um dich zu reparieren, sondern um dich dabei zu unterstützen, neue hilfreiche innere Muster zu entwickeln.

Vielleicht spürst du auch die inneren Konflikte zwischen alten Schutzprogrammen und aktuellen Bedürfnissen, kannst sie aber nicht einordnen. Oder du überdenkst und über-analysierst jede Entscheidung bis zur Entscheidungslähmung, bist häufig erschöpft oder findest dich immer wieder in Beziehungsmustern wieder, die du zur Genüge kennst aber nicht mehr willst.
Das geht vielen von uns so, den Meisten. Nur manchmal sind diese alten Glaubenssätze sehr stark, zum Beispiel, wenn sie mit traumatischen Ereignissen/Situationen verknüpft sind oder wenn wir als Kind an unterschiedlichen 'Fronten kämpfen' mussten.


3 Praxis Übungen, um limitierende Glaubenssätze sanft zu lösen

Du kannst einschränkende Glaubenssätze aus der Kindheit verändern und ein Leben führen, in dem du wieder die Kontrolle über dein Handeln hast. Ein Leben, das deinen Bedürfnissen und Wünschen entspricht und dich ausfüllt. Ich stelle dir 3 Übungen vor, mit denen du die ersten Schritte in diese Richtung machen kannst.

Wenn du das Gefühl hast oder auch weißt, dass traumatische Erfahrungen eine Rolle spielen, macht es für dich vielleicht Sinn, dir fachlich kompetente Unterstützung zu holen. Traumasensible TherapeutInnen oder Coaches können adäquat auf diese tiefen Verletzungen eingehen. Doch auch wenn der Zeitpunkt für eine tiefere Beschäftigung jetzt noch nicht gekommen ist, kannst du dich mit diesen Übungen auf wirklich sanfte Art mit deinen Glaubenssätzen beschäftigen.


Tool 1: Das „Damals–Heute“-Reframe-Ritual

Dieses kleine Ritual kannst du anwenden, wenn du einen typischen Satz kennst (oder gerade in deinem Inneren hörst), den du dir in bestimmten Situationen sagst, zum Beispiel "Ich schaffe das nicht!" Es lädt dich dazu ein, deinem Glaubenssatz mit innerer Neugier zu begegnen und ihn zu verstehen.

Schreibe deinen Satz auf und lass ihn auf dich wirken.
Dann schreibe darunter:
„Damals habe ich diesen Glaubenssatz gebraucht, weil …
Vervollständige diesen Satz, denk nicht lange darüber nach und schreibe so lange, bis dir nichts mehr einfällt.
Dann schreibe darunter den Satz:
"Heute darf ich …“
Lass auch hier die Worte aus dir herausfließen, schreibe so lange bis sie in dir verebben.

Mit dieser Übung kannst du deine Glaubenssätze tiefer erforschen. Außerdem öffnest du deine innere Perspektive und schaffst so Raum für neue Möglichkeiten.


Tool 2: Der 2 Minuten Selbstmitgefühls-Check-in

Besonders, wenn du spürst, dass deine innere kritische Stimme mal wieder sehr laut ist oder wenn du ängstlich bist, kannst du diese Übung ausprobieren:

Lege deine Hand aufs Herz, atme tief ein und aus.
Achte darauf, dass dein Ausatmen länger ist als dein Einatmen.
Sage dir innerlich: „Ich sehe, dass dieser Teil von mir Angst hat.“
Bleibe dabei bei deinem Körpergefühl, ohne es zu bewerten und ohne etwas ändern zu wollen.

Diese Übung aktiviert den beruhigenden Teil deines Nervensystems und sorgt dafür, dass du weniger inneren Druck verspürst. Gleichzeitig übst du damit eine zentrale Selbst-Choaching Kompetenz - Selbstwahrnehmung statt Selbstverurteilung.


Tool 3: Embodiment-Minipause („Weich werden statt funktionieren“)

Dein Körper ist dein wichtigster Verbündeter in Veränderungsprozessen. Über Körper-Achtsamkeit und Bewegung kannst du gleichzeitig Sicherheit und Flexibilität erfahren.

Immer, wenn du spürst, dass sich dein Körper hart und starr anfühlt, kannst du gezielt wieder mehr Fluss in dein System bringen:

Ziehe deine Schultern hoch bis an die Ohren und nach hinten,
dann lass die Schultern wieder fallen. 
Schüttele nun langsam und sanft deine Hände,
achte dabei wieder auf einen tiefen Atem.

Diese einfache Übung verbessert deine emotionale Regulation, du kannst dich schneller wieder entspannen, körperlich, emotional und mental. Aus dieser inneren Haltung heraus wird es einfacher,  mentale Muster zu verändern.


4 Fragen für tiefere Klarheit

Wenn du deine einschränkenden Glaubenssätze tiefer erforschen willst, kannst du dich auch mit diesen 4 Fragen beschäftigen:

  • Welcher Glaubenssatz taucht bei mir am stärksten in Stressmomenten auf?
  • Wessen Erwartungen habe ich damals erfüllen wollen?
  • Was hätte das Kind damals gebraucht, das ich ihm heute geben kann?
  • Welche kleine neue Handlung könnte mir heute das Gegenteil dieses Glaubenssatzes zeigen?

Ganz gleich, wo du im Moment stehst und wie stark du dich durch deine alten Muster blockiert fühlst - du kannst heute anfangen und deine Glaubenssätze erforschen. Wenn du offen bist und achtsam auf deine Körperempfindungen hörst, öffnet sich ein ganzes Universum an Möglichkeiten. Es geht nicht darum, dich selbst, dein Verhalten oder andere Menschen zu verurteilen. Es geht darum, deine inneren Schätze zu heben und nach deinen ureignen Werten zu leben. 
Erst wenn du deine alte Glaubenssätze an-erkennst, kannst du sie heute wieder in hilfreiche Strategien verwandeln.

Sind beim Lesen Fragen bei dir aufgetaucht oder gibt es zu diesem Thema etwas, worüber du gerne mit jemandem sprechen möchtest?
Ich biete dir eine kostenlose Coaching Session an, die du hier buchen kannst:
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Ich freue mich darauf, dich mit einem liebevollen! Blick von außen unterstützen zu können!

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